Begegnung mit der Megalithkultur

 
Von den Inseln des westlichen Mittelmeeres über Portugal und Spanien, Nordwestdeutschland und die französische Bretagne hin nach Irland, England, Südschweden, Dänemark und Norwegen zieht sich ein großer Bogen dieser Kultur mit Hünengräbern, Monolithen, Steinkreisen, Hinkelsteinen, Dolmen, Cromlechs, Steinalleen, die für die Ewigkeit errichtet scheinen. (Begriffe sind hier erklärt)

Auf der Europa-Karte erkennt man die Ausbreitung. Verzeichnet sind einige Orte, die ich u.a. besuchte:

Stonehenge und Avebury, zwei Steinkreise in Cumbria (GB), Carnac in der Bretagne, das Steingrab Cova 'n Daina in Nordspanien, Steingräber auf der Nordseeinsel Sylt und die Steinzeitfunde in meiner Heimat Hessen

Ausgrabung eines Hügelgrabes in meiner derzeitigen Heimat Rhön (Eichenzell, OT Rothemann) durch den Forscher Vonderau um 1900

die Megalithen sind mittlerweile wieder eingegraben und mit Erde bedeckt

Die meisten der größten Steinmonumente liegen eher in Küstennähe. Küstenlandschaften gelten in der Altertumsforschung als Vorreiter der Kulturentwicklung. In der französischen Bretagne liegen die interessantesten Megalithgebiete mit den schönsten Steinmonumenten, z. B. bei Carnac und Locmariaquer; die aufgereihten ca. 4000 Menhire auf 4 km und der Cromlech von Menec.

Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen folgende Kuriosität: Im Musée de Préhistoire à Carnac befindet sich der folgende Stein mit einer eingravierten Darstellung:

Ließ sich die Graffitikünstlerin/der Graffitikünstler in Fulda davon inspirieren?

Die Forscher vermuten, dass die Steinreihen und Cromlechs in der Bretagne vielleicht Prozessionsstraßen und Tempel für einen Totenkult darstellen. Ebenso meint der Forscher Devoir festgestellt zu haben, dass die Orientierung der Reihen dem Aufgang und Untergang der Sonne zu bestimmten astronomisch festgelegten Zeitpunkten entspricht. 

Diese Theorie, dass es sich bei den Steinbauwerken um eine Art "Riesenkalender" handelt, der die Daten der religiösen Feste eines Sonnenkults anzeigt mit Beziehungen zum Säen und Ernten, wurde ja auch in jüngster Zeit über Stonehenge verbreitet. Ich gehe auf die Theorie der "Sternwarte Stonehenge" unter der Fragestellung "Warum wurde es gebaut?" noch einmal ein (nebenbei bemerkt trifft eine Ausrichtung der meisten Heiligtümer der Erde, der ältesten Gräber, der Kathedralen mit Blick auf Osten zu. Aus dieser Tatsache kann man jedoch nicht schließen, dass es sich z.B. beim Kölner Dom um eine Sternwarte handelt).

Während manche megalithischen Bauwerke durch die unglaubliche Menge der Steine beeindrucken, z. B. in Carnac, sind es an anderer Stelle die Dimensionen, die einen staunen lassen, wie auch in Stonehenge.

Größter Stein von Stonhenge (Mitte)

In Locmariaquer liegt z.B. ein Menhir (der grand menhir brize = großer zerbrochener Menhir!) mit Namen Mane´er H`rolk, das heißt Feenstein, der, als er noch unzerbrochen war, 20,30 m (etwa die Höhe eines 6stöckigen Hauses!) maß. Seine Dicke betrug 3 bis 4 Meter. Etwa um 1700 wurde er vom Blitz getroffen und zerbarst in 4 Teile. Sein Gewicht beträgt etwa 380 Tonnen, d.h. er wäre durch 5 der größten modernsten Güterwaggons zu transportieren. Im ersten Jahrhundert v. C. erwähnte ein griechischer Geschichtsschreiber und Geograph (Scymnos von Chios) den Menhir als Seefahrer-Orientierungshilfe, wozu er viele Jahrhunderte lang diente.

 "grand menhir brize" in Locmariaquer (Foto: B. Licht)

Im Jahr 1840 sollte einer der größten Megalithen von Saumur/Frankreich als Brücke über einen Fluss verwendet werden. Um den Stein zu transportieren wurden 36 Zugochsen eingespannt, sowie gewaltige Eichenbaumstämme als Rollen mit jeweils einem Meter Durchmesser.

Der größte Stein von Stonehenge ist z.B. 8,85 m lang und wiegt etwa 45-50 Tonnen. Die Erbauer von Stonehenge hatten wahrscheinlich noch keine Zugochsen zur Verfügung für diese schwere Arbeit.

1556 waren mit der Aufrichtung eines nur halb so schweren Obelisken auf dem Petersplatz in Rom 800 Arbeiter mit 70 Pferden fast ein Jahr lang beschäftigt.

Hier wird ein 187 Tonnen schwerer Menhir in
Plabennec, Bretagne von 400 Personen wieder aufgerichtet

 

Fulda: Ein 280 Tonnen schwerer Elektromotor wurde von der Deutschen Bahn mit zwei Zugmaschinen 10km über die Landstraße zum Verladebahnhof  transportiert. Das Ziel: Elektrowerkstatt Halle/Saale, Dauer des Transports, ca. 1 Woche

Das Bild: In der Mitte der Motor, fertig zum Verladen auf die Schiene (Foto: B. Licht)

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Andere Zeugnisse der Megalithkultur rund um Stonehenge

 

Kommen wir zu der Frage, wie sich Stonehenge zeitlich in die Megalithkultur einordnen lässt. Zunächst ist es interessant, festzustellen, dass es in der Nähe von Stonehenge noch verschiedene andere Anlagen gibt.

Etwa ein km nördlich liegt der sog. Cursus (so genannt, weil der Forscher Stukeley Erzdruide sie für eine römische Wagenrennbahn hielt). Der Cursus ist eine Wallgrabenanlage von 2 km Länge und 90 m Breite.

Wahrscheinlich handelte es sich aber um eine Art Prozessionsstraße für Bestattungsfeiern, weil man am östlichen Ende ein Gräberfeld fand.

Dann gibt es das Dorf Avebury (von dem Forscher Aubrey entdeckt), welches von einem kreisförmigen Damm und Wallgraben umgeben ist, genau wie Stonehenge.

Luftbild Avebury

Allerdings ist Avebury wesentlich größer als Stonehenge. Dicht an dem Damm liegt ein Kreis von rohen bis zu 40 Tonnen schweren Sandsteinen, ursprünglich mehr als 650 Stück, die einmal aufrecht standen. Da die Steine unbehauen sind, kann man vermuten, dass die Avebury-Anlage älter als Stonehenge ist. Avebury wurde stärker zerstört als Stonehenge.

einige der aufrechten Steine am Wallgraben von Avebury

Drei Kilometer nördlich von Stonehenge liegt Woodhenge. Hier gibt es ebenfalls Reste eines kreisförmigen Wallgrabens. Man vermutet aufgrund der gefundenen Pfostenlöcher, dass es hier einen Tempel aus Holz gegeben hat.

So stellen sich Forscher den Holztempel vor

 

Woodhenge heute: Betonzylinder an den Stellen, an denen man Holzreste fand.

Anhand der Stellung der Holzreste konstruierte man oben stehendes Tempelmodell

(Bild: B. Licht)

Dann gibt es noch Silbury-Hill, den größten prähistorischen, künstlich - aufgeschütteten Berg in Europa, der auch nachweislich zur selben Zeit wie Avebury errichtet wurde. (40 m hoch, Durchmesser von 182 m, Grundfläche von 20000 m²). Der Berg wurde nicht einfach nur aufgeschüttet sondern in Terrassen aufgebaut, die dann später zur Hügelform ausgeglichen wurden, so dass man das "Innenleben" - die Terrassen - nicht mehr sieht.

Silbury Hill (Stich von William Stukeley, 1723)

Angeblich sei er ein Grab des Königs Sil (=Sonne); der dort in goldener Rüstung zu Pferde sitzend bestattet sei. Archäologen konnten aber bei Grabungen im Berg nichts entdecken.

Ist es ein Zufall, dass zwei bekannte Menhire in Sachsen-Anhalt in der Nähe von Silstedt liegen?

Der Silbury Hill heute (Foto: B. Licht)

Der Silbury-Hill ist zwar besonders beeindruckend, jedoch nicht so einmalig, wie man denken könnte. Es gibt ähnliche Berge, die allerdings nicht so gut erhalten sind. (Borgbjerg auf der dänischen Insel Seeland, Galgenberg bei Cuxhaven, Tanzberg bei Jüteborg; auch vergleichbar der Tumulus St. Michel bei Carnac/Bretagne oder der Windmill-Hill ca. 40 km von Stonehenge entfernt)

Der Windmill-Hill aus der Luft gesehen

 

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Die Bauphasen von Stonehenge

 

Die im Kapitel "megalithische Bauwerke rund um Stonehenge" erwähnten Anlagen unterscheiden sich nicht wesentlich von den meisten Rundwallaufschüttungen ihrer Zeit. Auch der Rundwall, der Stonehenge umgibt wurde in dieser Zeit, etwa 3000 v. C. im sog. Neolithikum (Jungsteinzeit) errichtet.

Frühere Forscher gingen davon aus, dass Stonehenge in 3 deutlich voneinander abgrenzbaren aufeinanderfolgenden Perioden erbaut wurde.  Neuere Forschungsarbeiten unterscheiden nur noch 2 Bauperioden.

Was uns heute traurig stimmt ist, dass ein Großteil des Monuments verschwunden ist. Die Steine wurden umgeworfen, kaputt gemacht, geklaut und zum Häuserbau verwendet. Sie wurden wahrscheinlich mehrmals wieder umgestellt. Sie verrotteten, verfielen, zerbröselten in den Jahrhunderten.

Was uns heute noch gefällt ist, dass die ursprüngliche Idee, die Grundkonzeption noch ersichtlich ist und immer noch beeindruckt.

Die Archäologen gingen die ganze Zeit davon aus, dass Stonehenge in drei Bauphasen errichtet wurde, genannt: Stonehenge I, Stonehenge II, Stonehenge III a, III b, III c.

Mit Stonehenge I (ca. 3000-2900 v. C. Erbauer: Windmill-Hill-Gruppe, die ältesten Bewohner Englands) wird der Bau der äußeren kreisrunden Einfriedung bezeichnet. Die äußere Einfassung enthält eine Vielzahl von Löchern (genannt Aubrey-Löcher), die innerhalb des Dammes kranzförmig angelegt sind und die - überraschend - gleich nach ihrem Bau bereits wieder verfüllt wurden. Die meisten Löcher enthielten Asche von Verstorbenen.

Auch der so genannte Heelstone (Fersenstein), den man als astronomischen Beobachtungsstein deutet, wurde schon in dieser frühen Zeit errichtet. Er ist der einzige unbehauene Stein der Anlage.

Neuere Forschungen haben ergeben: Der Heelstone war ursprünglich nicht allein, er hatte ein Gegenüber, das heute verschwunden ist.

Ebenfalls ergaben neuere Forschungen, dass in der Zeit von 2900 bis 2500 v.C. keine Bauaktivitäten in Stonehenge stattgefunden haben dürften. Das angelegte Erdwerk wurde wohl eine Zeit lang von den Erbauern, den Windmill-Hill-Leuten, genutzt (Begräbnisstätte, Treffpunkt?) und dann nicht mehr gepflegt. Dies erforscht man mit der sog. archäo-ökologischen Methode: Viele im Graben gefundenen Schneckenhäuser stammen von einer Waldschneckenart: das lässt vermuten, dass Stonehenge während der 400 Jahre von 2900 bis 2500 v. C. zuwuchs. 

Neue Bauaktivitäten begannen dann ab etwa 2500 v. C.. In der Phase Stonehenge II (ca. 2500-2000 v. C., Erbauer: Glockenbecher-Kultur, Einwanderer vom Festland) soll eine äußere Kreisform und eine innere Kreis- oder Hufeisenform aus aufrecht stehenden teils grob (außen), teils fein (innen) behauenen sog. bluestones (Farbe des Materials) aufgerichtet worden sein. Sie sind etwa 2 m hoch und wiegen zwischen 2 und 4 Tonnen pro Stück. Außerdem wird in dieser Zeit die sog. Avenue (breiter Zugangsweg) gebaut, die heute noch gut sichtbar ist. Die Avenue führt vom Flüsschen Avon ca. 2,4 km bis zum Eingang des Walles.

Als nächstes, wahrscheinlich nicht lange nach dieser Phase, trug man die bluestones wieder ab und ersetzte sie durch das gewaltige System aus aufrecht stehenden 30-50 Tonnen schweren ca. 4 1/2 m hohen Steinen und Quersteinen, Stonehenge III a.

Diese größeren Steine sind aus dem extrem harten Sandstein, der etwa 35 km nördlich von Stonehenge (Nähe Avebury in den Marlborough Downs im Fyfield-Tal) vorkommt. Während der letzten Eiszeit wurden sie von Gletschern an diesen Ort geschoben und liegen dort zu Hunderten auf der Erde.

Diese Steine heißen Sarsensteine. Der Name kommt von den Engländern des Mittelalters, weil sie dachten, die Steine wären von den Sarazenen (damals Sammelbezeichnung für alle heidnischen Ausländer!) aufgestellt worden.

Zwei große aufrechte Sarsensteine wurden ähnlich einem Tor links und rechts der Avenue am "Eingang" des Bauwerkes errichtet. Einer der Steine fiel um und erhielt von frühen Stonehenge-Forschern den Namen Slaughterstone (Schlachtstein), da man annahm, es handele sich um einen Opferstein. Sein Gegenüber ist heute verschwunden.

Auch hier haben neuere Forschungen ergeben, dass nicht 2 Steine am "Eingang" des Bauwerks gestanden haben, sondern wahrscheinlich 3 (?).

Von Interesse sind noch die vier Stationssteine, die ebenfalls während Periode III eingebracht wurden. Archäoastronomen vermuten in ihnen Beobachtungssteine für Himmelsphänomene.

Die Phasen III b und III c bezeichnen nur noch einmal eine erneute Bearbeitung und Umstellung der ausrangierten bluestones in die Mitte des Sarsenstein-Kreises.

Im Vordergrund die bluestones, dahinter die Sarsenkonstruktion

Die Phasen III liegen angeblich zeitlich zwischen ca. 2300-1500 v. C. (Erbauer: Wessex (Westsachsen)-Kultur, frühbronzezeitliche Kultur von Einwanderern)

 

 

Ein Schaubild wie sich heutige Archäologen die fertige Anlage vorstellen:

Vorn - der umfriedete Heelstone mit seinem Gegenüber, am "Eingang" die drei großen Sarsensteine, von denen nur noch ein Stein, der Slaughterstone, übrig ist.

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  Die Frage nach dem WIE?

 

Die Erdwälle

Wenn wir uns Stonehenge von außen nähern, treffen wir zunächst auf den Graben und den Wall von Stonehenge I mit den 56 bis zu 60 cm tiefen Aubrey-Löchern, deren Sinn noch nicht geklärt ist, die aber zum Teil Asche von menschlichen Knochen enthalten, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Sicher dienten diese nicht der Aufnahme von Pfosten oder Steinen.

Der Wall hat auf der Nordostseite einen Durchlass, Dammweg genannt, der in eine früher wohl gut befestigte Straße mündet. Wall und Graben sind typische jungsteinzeitliche Erdarbeiten.

Alle Gräben, Gruben, Löcher wurden mit Spitzhacken aus Rotwildgeweihen gegraben. Schulterblätter von Rindern wurden verwandt, um Geröll, Schutt und Erde fort zu schaufeln. Die Archäologen erprobten diese einfachen Werkzeuge im Experiment und empfanden sie als sehr leistungsfähig. Die Experimentierer stellten fest, dass die mit modernen Stahlhacken und -schaufeln verrichtete Arbeit nur doppelt so schnell voranging, wie die mit den vorgeschichtlichen Gerätschaften.

Einen Hinweis auf die Verwendung von Schulterblättern zum Schaufeln gibt uns die Bezeichnung von Metzgern für Schulterstücke der Tiere: Sie werden in der Fachsprache "Schaufel" genannt. Auf fränkischen Speisekarten begegnet uns das Schulterstück des Schweins unter der Bezeichnung "Schäuferla".

So wird ein vergleichbares Erdwerk heute gebaut:

Hier der Bau des fantastischen Erdzeichens am Flughafen München "Eine Insel für die Zeit" der Künstler Wilhelm Holderied und Karl Schlamminger, erbaut von 1991 bis 1995

Schöne Erdwerk-Seiten sind:

Erdzeichen München

Andere Erdzeichen

Homepage von Wilhelm Holderied (Erdzeichen München)

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Erdwall, der die Anlage Avebury in der Nähe von Stonehenge umgibt. Er wurde zeitlich vor Stonehenge aufgeschüttet und ist vergleichsweise noch gewaltiger als Stonehenge. 

 Der Erdwall um Avebury

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  Die Frage nach dem Wie?

 

Die Blausteine (bluestones)

Das größte Geheimnis von Stonehenge stellt der Transport der etwa 80 bluestones  mit einem Gesamtgewicht von mehr als 100 Tonnen dar.

Diese Steine bestehen aus Dolerit und Rhyolit, das sind Basaltgesteine von bläulicher Farbe. Basalt ist bekanntermaßen ein vulkanisches Gestein, und Stonehenge liegt inmitten eines Gebietes aus Ablagerungsgestein. Auf über hundert Kilometer findet man keinen Basalt.

Im Jahr 1923 wies der Geologe H. H. Thomas nach, dass die bluestones von Stonehenge aus einem Steinbruch in Mynydd Prescelly, einem kleinen Gebirge im Südwesten von Wales stammen. Auf die Frage, wie die Erbauer diese Steine entweder über 250 km Landweg oder aber etwa 385 km See- und Landweg nach Stonehenge transportiert haben, möchte ich im folgenden eingehen.

Bei der Frage nach der Art und Weise der Beförderung sind die Forscher nach wie vor auf Vermutungen angewiesen. Die neuere Archäologie arbeitet gerne mit Experimenten, d.h. dass sie Situationen versucht nachzustellen. In den 50er Jahren gab es eine Reihe von Experimenten zum Thema: Transport der bluestones.

Bei den bluestones handelt es sich um den längsten bekannten Ferntransport für den Bau eines Megalithbauwerks überhaupt. (Allerdings: 2/3 der ca. 4000 Steine von Carnac/Bretagne wurden ebenfalls über längere Stecken transportiert. Von den meisten Megalithbauten sind Steintransporte über mehrere Kilometer bekannt)

Wahrscheinlich wurden die bluestones auf dem Seeweg, etwa 385 km nach Stonehenge transportiert. Ich habe Ihnen die vermutete Route dargestellt. Alle bluestones stammen aus den Prescelly Mountains, bzw. aus der Gegend von Milford Haven in Wales. Dort liegen Tausende Felsbrocken aller Art, so dass keine Steinbrucharbeiten zu tun waren.

Vermutete Route der bluestones

Man nimmt an, dass die Transporteure sich einfach die passenden Steine suchten und auf Schlitten zum Meer transportierten. Milford Haven ist ein Naturhafen, wo dann die Steine auf Flöße geladen wurden, die mit einfachen Paddeln und Segeln ausgerüstet waren. An der Küste entlang wurden die Flöße zur Avon- Mündung navigiert, wo sie auf Boote aus mehreren nebeneinander liegenden Einbäumen umgeladen wurden. Diese Boote sind auch auf seichten Gewässern schwimmfähig, wo Flöße auflaufen würden. Flöße waren auf dem Meer angebracht, weil sie, selbst bei schwerem Wetter, nicht so leicht umzuwerfen sind.

Die weitere Route wird vermutet: den River Avon flussaufwärts bis zum Nebenfluss Frome auf den Booten bis zur heutigen Stadt Frome. Hier wurden sie an Land gebracht und etwa 10 km weit nach Osten geschleppt bis nach Warminster in Wiltshire.

Einige Archäologen meinen herausgefunden zu haben, dass die bluestones schon vor der Bauperiode Stonehenge I um 2900 v. C. von Wales nach Wiltshire transportiert worden sein müssten und früher zu einem anderen Tempel gehörten. Erst in der Bauphase Stonehenge II etwa 2100 v. C. wären sie nach Stonehenge versetzt worden.

Im Jahre 1954 führten die Archäologen mit einer Schulklasse einen Versuch zum Transport durch. Ergebnis: ein Betonblock der Schwere eines bluestone konnte von 4 Schuljungen auf einem nachempfundenen Boot flussaufwärts entgegen der Avon-Strömung bis in die Nähe von Stonehenge gestakt werden. Auf dem Landweg waren 14 Jungen nötig, um den Block auf einem primitiven Schlitten einen mäßigen Hang hinaufzuziehen.

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  Die Frage nach dem Wie?

 

Die Sarsensteine

Ebenso wunderbar wie der Ferntransport der Blausteine ist der Transport der riesigen Sarsenstein-Blöcke über Land.

Sie stammen aus der Umgebung von Avebury aus dem Fyfield-Tal, wo sie praktisch zu 100erten herumliegen.

Das Fyfield-Tal: Es liegen noch Steine da! (Foto: B. Licht)

Sie müssen die ganze Strecke über Land befördert worden sein. Das Bild zeigt Ihnen die vermutete Strecke.

Dummerweise liegt in jedem Fall der Redhorn Hill auf der Route. Für den größten Block wären mindestens 1000 Männer erforderlich gewesen, um ihn diesen Hang hochzuziehen.

Man nimmt an, dass die Steine auf einem riesigen Schlitten festgezurrt wurden, der auf einer Rollbahn aus Baumstämmen bewegt wurde. Bei der Größe der erforderlichen Baumstämme sind 6 Männer erforderlich, um einen Stamm zu tragen. Um z.B. einen mittleren Stein von 25 Tonnen auf ebenem Boden zu schleifen, werden mindestens 50 Männer beansprucht. Auf den Hängen eben entsprechend mehr.

In den Jahren 1999 und 2000 fanden am Saller See in Emsland Versuche zu den Steintransporten statt. Nach zwei Fehlschlägen gelang in 2001 das erste Mal ein Wettkampf im Steintransport eines 10 Tonnen schweren Steines, der auf einem Schlitten ruht. Unter diesem Schlitten sind Rollen (Rundhölzer) die auf "Schienen" laufen. 32 Zugseile sind am Schlitten befestigt. Der Transport des Findlings wurde als "Wettstreit" zwischen Politikern der Region und Mitgliedern eines Vereins für historische Fahrzeuge durchgeführt. Ab 2002 soll nun jährlich im Sommer ein großer "Hünsteinwettkampf" stattfinden. Geplant ist in Zukunft auch der Nachbau eines Großsteingrabes nach alten Methoden der Steinzeitler.

Mehr Infos darüber gibt es hier

Die Archäologen lieben Zahlen- und Rechenspiele. Sie errechneten, dass der Transport der 81 Sarsensteine 1500 Mann 10 Jahre lang fast pausenlos beschäftigt haben muss. Der Transport eines einzigen Steines dauerte nach den Berechnungen etwa 9 Wochen, wobei noch nicht damit gerechnet wurde, dass es transportwidriges Wetter gibt, und dass nicht immer alle Leute zur Verfügung standen, weil sie ja auch noch was anderes zu tun hatten. Als Durchschnittsstrecke pro Stein pro Tag nimmt man etwa 800 m an. Die Schleppseile bestanden wahrscheinlich aus geflochtenem Kuhhaar oder Lederriemen.

Es gibt in Schottland einen überlieferten Brauch: das "Baumstamm-Werfen", das bei sportlichen Wettkämpfen gerne durchgeführt wird. Dabei werden, für meine Begriffe, recht mächtige Baumstämme senkrecht in die Luft geschleudert. Ziel ist, dass sie sich einmal längs um sich selbst drehen und dann ein paar Meter weiter zum liegen kommen. Dieser Brauch scheint mir im Zusammenhang mit den Steintransporten überliefert zu sein.

Der Baumstamm wird geworfen. (Bild: H. Sauer)

Eine Theorie, die mir sehr einleuchtend erschien war, dass die Steine im Winter transportiert wurden, weil man vielleicht die Steine müheloser über Schnee und Eis ziehen konnte. Ebenso hatten die Bauern im Winter mehr Zeit für diese Tätigkeit.

Die weitreichendsten Forschungen und Überlegungen zum Transport von Megalithen (nicht nur denen von Stonehenge) findet man bei Fernand Niel in seinem Buch "Auf den Spuren der großen Steine - Stonehenge, Carnac und die Megalithen", München, 1977.

Die kunstvolle Bearbeitung der sehr harten Sarsensteine ist ein Wunder für sich. Selbst mit modernsten Steinbearbeitungsmethoden und Präzisionswerkzeugen ist eine Steinmetzarbeit schwer durchführbar. Die Steine können nur mit ihresgleichen bearbeitet und behauen werden.

Auch dazu haben die Archäologen Versuche gemacht. Nach modernen Kalkulationen muss das Meißeln und Polieren 50 Steinmetze bei einer 10-stündigen 7-Tage-Woche mindestens drei Jahre beansprucht haben, eher mehr.

Auch über die Anzahl der Mitarbeiter gibt es Schätzungen. Die gesamte britische Bevölkerung zu der Zeit belief sich auf etwa 300000 Personen. Etwa 1000 Personen müssen ständig (!) an dem Stonehenge-Projekt über alle Bauphasen 1 Mio. 500000 Arbeitsstunden, sowie noch eine zusätzliche Zeit für Planung und "Verwaltung" der Arbeit, beschäftigt gewesen sein. Die männlichen Forscher gehen an dieser Stelle ganz selbstverständlich davon aus, dass nur Männer beim Bau der Anlage tätig waren. Ich bin mir sicher, dass dies auch in Ihrer Phantasie verhaftet ist. Für mich ist ganz klar, dass auch Frauen (und vielleicht Kinder) an dem Projekt mitarbeiteten. In Indien z.B. arbeiten überwiegend Frauen im Hoch- und Straßenbau.

Einige Forscher nehmen auch an, dass Zugtiere bereits benutzt wurden, so wie es in dem Bild dargestellt ist:

Die folgenden Bilder zeigen den (vermutet!) Vergleich des Stonehenge von früher zu heute. Die dunklen Stellen kennzeichnen die noch vorhandenen Steine, die hellen die entweder gefallenen oder verschwundenen Steine.

Anlage früher                                                          Anlage heute

 

Ebenso habe ich ein Bild gefunden, wie man sich die fertige Stonehenge-Anlage vorstellt.

Ein Schaubild wie sich heutige Archäologen die fertige Anlage vorstellen: Vorn - der umfriedete Heelstone mit seinem Gegenüber, am "Eingang" die drei großen Sarsensteine, von denen nur noch ein Stein, der Slaughterstone, übrig ist.

 

Es ist schwierig, sich die ursprüngliche Anlage vorzustellen, weil wie oben erwähnt im Laufe der Zeit eine Reihe von Steinen verschwanden. Im 19. Jahrhundert wurden einige Steine, die gekippt waren, neu aufgerichtet und dies möglicherweise an Stellen, an denen sie ursprünglich nicht gestanden hatten. Der schief liegende Block im Bild unten wurde z.B. aufgerichtet.

 

Drei große Einzelsteine sind noch von Interesse: der sog. Heelstone (Fersenstein), an die 5 m hoch und 2 1/2 m dick. Er steht außerhalb des Zirkels, etwa 1 m tief in der Erde eingegraben, vor der Eingangsöffnung des Walls. Der Heelstone wird als Beobachtungsstein für die Sonnenwenden angesehen. (siehe auch: die Bauphasen von Stonehenge). Der Name Heelstone kommt übrigens nicht von "Ferse" (wörtliche Übersetzung von "heel" aus dem Englischen). Das Wort "Heel" wird in Verbindung gebracht mit dem Wort  "Helios" (griech. = Sonne(ngott)) oder mit dem angelsächsischen Wort "helan" = verstecken (am 21. Juni "versteckt" sich die Sonne hinter ihm, bevor sie dann über ihm erscheint) oder mit dem gälischen Wort "freas heol" (verkürzte Form von "cloch na freas heol" = Stein der aufgehenden Sonne). Unser Wort "hell" soll damit in Verbindung stehen. Ebenso aber auch das englische Wort "hell" = Hölle, das auch als Name eines Menhirs in Dorset/Südengland auftaucht (Hellstone).

Vor kurzem entdeckte man neben dem Heelstone ein weiteres Loch, das darauf schließen läßt, dass er ein Gegenüber hatte, das heute verschwunden ist.

Der Heelstone

Ein anderer Einzelstein liegt direkt am Eingang des Walles. Er ist 6 m hoch, 2 m breit und 1 m dick. Man nennt ihn (Slaughterstone=) Schlacht- oder Opferstein, obwohl nichts darauf hin deutet, dass dort irgendwelche Menschen- oder Tieropfer gebracht wurden. Man nimmt an, dass er von einem Säulenpaar oder Säulentrio (s.o.) übriggeblieben ist, das eine Art Tor bildete. (siehe auch: die Bauphasen von Stonehenge)

Der Slaughterstone

Der dritte riesige Stein liegt in etwa der Mitte der gesamten Anlage und wird Altarstein genannt, wobei die Nutzung als Altar wahrscheinlich eine reine Erfindung ist, man nimmt an, dass er zunächst woanders stand und nur zufällig in die Mitte gekippt ist. Interessant ist aber, dass er kein Sarsenstein ist sondern anderer Herkunft (die Archäologen geben nichts Genaues an). 

In der Mitte des Bildes: Der Altarstein

Wie die Steine dann aufgerichtet wurden, sehen wir hier:

Ebenso hat man heute erklärt, wie die Schwellen der Trilithen aufgesetzt wurden. Dazu habe ich ebenfalls ein Schaubild gefunden. Auch heute noch wird diese Methode von Ingenieuren angewandt, um schwere Lasten vom Flussufer auf Deck eines Schiffes zu verladen, wenn kein Kran vorhanden ist.

       

Jüngste Forschungen des kalifornischen Luftfahrt-Professors Mory Gharib vom California Institute of Technology kommen zu überraschenden neuen Ansichten über die Aufrichtung der Steine. Nach Gharib sind die großen Stein-Obelisken in Ägypten mit Hilfe von Windkraft aufgerichtet worden. Die Theorie stammt allerdings nicht allein von ihm: 1999 kam die wissenschaftliche Autodidaktin Maureen Clemmons auf Gharib zu. Ihr kam die Idee, als sie einen Filmbericht über die Errichtung von Obelisken sah. Sie suchte wissenschaftliche Unterstützung beim Beweis ihrer Theorie und fand sie beim California Institute.

Der Versuchsaufbau: Eine 5 Meter hohe und 3 1/2 Tonnen schwere Steinsäule wurde mit einem Flaschenzug versehen; davor spannte Gharib einen Nylon-Flugdrachen mit 9 m langen Spannschnüren. Bei einem Windtempo von nur 25 km/h ließ sich der Stein mühelos aufrichten.

Momentan baut der Wissenschaftler einen Riesendrachen für einen Stein mit dem Gewicht von 300 Tonnen.

Seine Theorien stützt Gharib auf Darstellungen von Flügelsymbolen auf Pyramidenspitzen und auf die Erkenntnisse der Ägyptologen, dass die Pyramidenerbauer bereits über Technologien wie den Flaschenzug verfügten.

Auf Einwände, dass bisher noch keine Fundreste solcher Windkraftgeräte bekannt seien, entgegnet Gharib: Es gäbe bisher noch keine stichhaltigen Beweise, doch die anderen Bautheorien seien ebenfalls nicht bewiesen. 

Bild aus PM-Magazin 7/2002

Infos: http://pr.caltech.edu/media/Press_Releases/PR12164.html

Auf Stonehenge bezogen: Die Obelisken der Ägypter wurden erst viele Jahre nach Stonehenge errichtet. Andererseits stellt sich immer wieder heraus, dass unsere Vorfahren über größeres technisches Wissen verfügten, als wir ihnen zutrauen.

Ein Mitarbeiter eines großen Landkartenverlages erzählte mir, dass die  Römer als Seefahrer bereits über Land- und Seekarten verfügten, die es heute noch mit modernen Karten aufnehmen können. Die Einfluss des Christentums brachte mit sich, dass Karten der Römer als "unchristlich" erachtet wurden: Man führte neue Karten ein, die Jerusalem überdimensioniert als das Zentrum der Welt darstellten. Alle anderen Regionen zeichnete man in unsinnigen Verhältnissen zur Weltmitte Jerusalem ein. Die nachrömischen Karten, die lange Zeit benutzt wurden, beschrieb der Verlagsmitarbeiter als weitgehend unbrauchbar.

Eine tolle Internetseite zum Thema Steintransporte ist:

http://www.theforgottentechnology.com/

Der Amerikaner W. T. Wallington hat super geforscht. Absolut sehenswert die Seite! (Mit Filmen zu Steintransporten).

Den Tipp bekam ich von Linda Doernbach, danke Linda!

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  Wurden die Erbauer von Stonehenge zur Fronarbeit gezwungen?

 

Ethnologen haben festgestellt, dass bestimmte Völkerstämme noch heute Megalithen aufstellen. 1966 wurde über die Aufstellung eines Megalithen in Sumba, Indonesien, berichtet, bei dem 552 Männer einen 11 Tonnen schweren Felsblock mehrere Kilometer weit schleppten, um ihn als Grabstein zu verwenden.

In der südlichen Hemisphäre hat sich der Brauch, Megalithen zu errichten bis in die jüngste Zeit erhalten.

Bild- und Schriftdokumente belegen Steinsetzungen auf Madagaskar, z.B. zu Ehren der Hochzeit des Königs Ambohimanga im 18. Jh. oder 1960 zur Feier der Unabhängigkeit der Insel von Frankreich.

Auch von der Insel Nias nahe Sumatra ist die Errichtung eines Megalithen als Heim für die Seele des Häuptlings durch die in 1907 von einem dänischen Kolonialbeamten aufgenommene Fotografie belegt.

Bilder von Steintransporten sind aus Ägypten überliefert. Ein altägyptisches Flachrelief zeigt, wie eine riesige, 60 Tonnen schwere Alabasterstatue auf einem von 90 Männern gezogenen Schlitten an ihren Standort befördert wurde. Ein Aufseher, der auf den Knien der Statue saß, schlug für die Arbeiter den Takt. Drei Wasserträger sorgten ununterbrochen dafür, dass die Seile nicht zu heiß wurden, und 60 Soldaten mit Peitschen und Stöcken gaben acht, dass die Arbeit planmäßig vollzogen wurde.

Verschieden Forscher, auch meine Person, nehmen an, dass die meisten Großbauwerke nicht von Sklaven unterdrückter Völker und mit Gewalt durchgeführt wurden.

Es gibt z.B. Ammenmärchen über den Bau der Pyramiden oder der römischen Bauwerke, die heute nicht mehr haltbar sind. Da es z.B. in Ägypten kein Geld gab, wurden die Bauern des Nil-Deltas zu Überschwemmungszeiten vom Pharao verpflichtet und mit Kost und Logis bezahlt. Man muss sich die Arbeitsleistungen wie eine Art Steuer in Form von Arbeitskraft vorstellen. Auch zogen die Pharaonen ihre Militärs in Friedenszeiten zu Bauarbeiten heran. Wir machen uns heute nicht bewusst, dass auch wir die Hälfte unserer Arbeitskraft in den Dienst des Staates stellen. Etwa die Hälfte des Arbeitsjahres arbeiten wir nur für die Steuerzahlungen. Wir können uns vielleicht vorstellen, dass wenn es kein Geld gibt, wir keine Steuern zahlen, sondern jeder Bürger z.B. ein halbes Jahr jedes Jahr zum Autobahnbau oder anderen gemeinnützigen Arbeiten herangezogen wird.

Abgaben                                       

Steuerzahler mehr als 155 Tage nur für Staat tätig

   BERLIN, 2. Juni (dpa/ap). Arbeitnehmer in Deutschland haben in diesem Jahr nach Angaben des Steuerzahlerbundes mehr als 155 Tage nur für Steuern und Sozialabgaben gearbeitet. Der eigene Geldbeutel fülle sich rechnerisch erst vom heutigen Samstag, 12 Uhr, an, teilte der Bund der Steuerzahler am Freitag in Berlin mit. Vor zehn Jahren noch habe der Bürger zwei Wochen mehr für sich gearbeitet. Damals sei der so genannte Steuerzahler-Gedenktag auf den 19. Mai gefallen. Dies zeige, wie rasant die Belastung mit Steuern und Abgaben gestiegen sei.
   Die volkswirtschaftliche Einkommens- belastungsquote werde nach einer neuen Berechnungsart in diesem Jahr 55,4 Prozent betragen, sagte der Steuerzahlerbund voraus. 1960 lag sie dagegen noch bei 41,5 Prozent.

Aus: Frankfurter Rundschau vom Samstag, den 3. Juni 2000

Der angebliche Einsatz von Peitschen und Schlagstöcken zum Antreiben der Arbeiter, wurde ebenfalls hinterfragt. In Ägypten hatten z.B. bis in die jüngste Zeit Baustellenleiter einen Stock mit auf der Baustelle, der jedoch symbolischen Charakter hatte.

Es deutet alles darauf hin, dass während der Megalithzeit auf dem europäischen Kontinent überall Frieden herrschte, weil man bis auf eine Ausnahme, keine Befestigungsanlagen gefunden hat. Äxte scheinen nur zum Baumroden benutzt worden zu sein und Pfeil und Bogen nur zur Jagd.

 

Pfeilspitzen der Jungsteinzeitler

Regierungen im heutigen Sinn gab es in der Zeit nicht. Das heißt: wenn die Menschen sich zusammentaten, um Monumente zu errichten, muss dies freiwillig geschehen sein, höchstwahrscheinlich aus einem religiösen Hintergrund. Es ist nicht davon auszugehen, dass etwa 2000 Jahre lang in ganz Nordwesteuropa immer wieder Sklavenvölker von Eroberervölkern zu Schwerstarbeiten gezwungen wurden. Das halte ich für ganz unmöglich.

In jedem Fall ist die soziale Leistung des Stonehenge-Projekts bewunderungswürdig. Die Sozialstruktur der Erbauervölker muss hochentwickelt gewesen sein, sonst hätten sie nie diese technisch und organisatorisch anspruchsvollen Werke in Angriff nehmen können.

Die Megalithbauwerke entstanden ab einer Zeit, in der es einen gesellschaftlichen Umbruch gab von der Jäger-, Sammler-, Nomadenzeit zur Zeit der Sesshaftigkeit, des Landbaus, der Viehzucht. In der Archäologie bezeichnet man diesen Umbruch der Gesellschaftsform als neolithische Revolution.

Heute hat man erforscht, dass die Gegend um Stonehenge früher sehr viel fruchtbarer war und die Bauern dort im rechten Wohlstand lebten. Diese glücklichen Menschen mussten für ihren Lebensunterhalt täglich nicht mehr als 2 Stunden arbeiten. Die restliche Zeit hatten sie frei und konnten sich dem Bauen beeindruckender Denkmäler widmen. Es scheint mir einleuchtender, dass z.B. das Glockenbecher-Volk, dem der Bau von Stonehenge II zugeschrieben wird, die vorherigen Bewohner der Gegend (Windmill Hill Kultur), die Stonehenge I bauten, nicht mit Gewalt unterwarfen, sondern sich ihnen freundschaftlich näherten, sie Metallbearbeitung und andere Künste und Kenntnisse lehrten, und ihnen ihre neuen kulturellen und religiösen Einstellungen nahe brachten.

P.S. zum Steintransport: Auch heute ist der Transport eines großen Steines noch nicht so einfach, wie folgendes Bild zeigt!

Das Bild schickte mir Daniel Reichmuth. Herzlichen Dank!
http://www.erratiker.ch

 

 

 

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