Wir kommen nach Stonehenge

 

Stonehenge liegt in der Ebene von Salisbury in der Grafschaft Wiltshire in Süd-England. (ca. 150 km von London entfernt)

Es besteht aus einer Kreisfläche von etwas mehr als 100 m Durchmesser, umgeben von einem flachen Damm (der vielleicht früher weniger flach war), dem wiederum ein Graben vorgelagert ist.

Innerhalb dieses Kreises stehen, liegen eine Vielzahl gewaltiger unbehauener oder aber kunstvoll bearbeiteter Steinblöcke.

 

 

Entgegen anderen prähistorischen Stätten musste Stonehenge nicht ausgegraben werden, sondern stand schon seit dem Bau offen zugänglich auf der Ebene.

Sein Name wird mit dem angelsächsischen Wort "hengen" in Verbindung gebracht, was soviel bedeutet wie hängen mit ä. Gemeint ist Hängen oder Hinrichtung mit dem Galgen. Es gibt ein anderes englisches Wort, nämlich "hinge", was etwas ähnliches wie "eine Tür in die Angeln hängen" bedeutet. Die Übersetzung könnte also: "Aufgehängte Steine" heißen, was das Aussehen von Stonehenge recht treffend beschreibt. (Andere Kreis- und Steinkreisanlagen werden in Britannien ebenfalls mit dem Begriff "Henge" bezeichnet)

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Zauber der Steine

 

Stonehenge gilt als das berühmteste prähistorische Bauwerk in Europa und hat jährlich fast eine Million Besucher.

Sicherlich ist Stonehenge in seiner Anlage einmalig. Geschichtlich gesehen ist Stonehenge jedoch einzureihen in die gesamte megalithische Ära, die in der Zeit von etwa 4000 bis 1500 v. C. unzählige Steinmonumente in ganz Nordwesteuropa hervorbrachte.

40000 bis 50000 Megalithgräber gibt es in Nordwesteuropa und z.B. allein auf den britischen Inseln 600 vorgeschichtliche Steinkreise bzw. Ellipsen. Die bekanntesten in Großbritannien sind:

der Castlerigg-Circle im Lake-Distrikt (Cumbria)

und die "Standing Stones von Calanais" auf der äußeren Hebriden-Insel Lewis

 

 

Dieses tolle Bild schenkte mir Ute Maesel, danke Ute!
Aufgenommen in Arran, Schottland im September 2003

 

Stonehenge fasziniert jedoch besonders die Phantasie und den Forschergeist durch seine beeindruckende Größe sowie die ungeklärten Phänomene, die großen Fragen, die es im Zusammenhang damit gibt.

Goethe sagt: "Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind".

In der heutigen Zeit ist uns jedoch das Wunder oft abhanden gekommen, und so bietet gerade unsere Vorgeschichte, in der noch keine Schrift bekannt war, eine Quelle der Inspiration für unseren Geist.

Wer waren die Erbauer von Stonehenge? Mit welcher übermenschlichen Kraft konnten sie in jener Zeit, in der noch keine modernen Werkzeuge zur Verfügung standen (auch das Rad noch nicht erfunden war), die gewaltigen Felsen transportieren, bearbeiten und so architektonisch kunstvoll aufrichten? Zu welchem geheimnisvollen Zweck wurde das Monument gebaut?

 

     Dieses mystische Bild schickte mir Adi Hanusch aus Linz an der Donau.
Er fotografierte es am 5.9.2006 um 10.00 Uhr vormittags. Vielen Dank!

 

Es wird schwierig sein, die realen wissenschaftlichen Forschungen von den verschiedenen Spekulationen und Mythen über Stonehenge zu trennen.

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  Die Legende vom "Tanz der Riesen" des Mönchs Geoffrey

 

Schriftlich wird Stonehenge zum ersten (bekannten) Mal in der sog. Historia Anglorum von Henry von Huntington 1130 erwähnt.

Zehn Jahre später schreibt der Mönch Geoffrey von Monmouth eine Art historischen Roman mit Namen "Historia Regum Britanniae", in dem er im epischen Stil Homers reale, historische Ereignisse mit spannenden Sagen und Märchen zu einer Geschichte Englands verwebt. Dieses Buch ist die Quelle aller beliebten Sagen über die Geschichte Englands.

Eine der jüngsten und erfolgreichsten Verarbeitungen dieser Sagen in literarischer Form ist das Buch "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley (Info: http://mzbworks.home.att.net/).

Es begegnen uns bei Geoffrey König Artus und die Ritter der Tafelrunde, die versunkene Burg Tintagel, Merlin der Zauberer, das Zauberschwert Excalibur und Stonehenge in Form von dem "Tanz der Riesen".

 

 

Auch dieses super Bild bekam ich von  Adi Hanusch aus Linz an der Donau

Die Geschichte vom Tanz der Riesen, wie sie von Geoffrey überliefert wurde, lautet folgendermaßen:

Nachdem die römischen Legionen im 5 Jh. n. C. Britannien verlassen hatten, führte der Sachsenherzog Hengist Krieg gegen den britischen Herrscher Vortigern. Die Sachsen erschlugen dabei auf heimtückische Weise 460 britische Edelleute während einer von ihnen einberufenen Beratung mit den Briten.

Kurz darauf kehrten die (angeblich) rechtmäßigen Erben des britischen Thrones, die während der Besetzung des Landes durch die Römer und Vortigern in der Bretagne im Exil gelebt hatten, zurück und erschlugen die Besatzer Vortigern und Hengist. Diese rechtmäßigen Erben waren König Aurelius Ambrosius und sein Bruder Uther Pendragon. Aurelius wollte nun den 460 erschlagenen Edelleuten ein Kriegerdenkmal setzen. Man riet ihm für das Vorhaben, den Magier und Hofmeister des toten Vortigern mit Namen Merlin zu gewinnen.

Was rät Merlin dem Aurelius:

"Wenn ihr geneigt seid, die Gräber dieser Männer mit einem Werk zu schmücken, das auf ewig besteht, dann lasst nach dem Tanz der Riesen schicken, der da ist in Killaraus (Kildare?), einem Berge in Irland. Denn Steinbauten befinden sich dort, die niemand aus dieser Zeit aufheben kann, es sei denn, sein Verstand wäre groß genug, es mit List zu versuchen. Denn die Steine sind groß, und keine anderen haben größere Kraft. Wenn sie an diesem Ort in einem Kreise aufgestellt werden, so wie sie jetzt stehen, dann werden sie ewig bleiben ... Denn in diesen Steinen ist ein Geheimnis, heilkräftig sind sie gegen viele Leiden. In alten Zeiten haben Riesen sie aus dem fernen Afrika herbeigebracht und in Irland aufgestellt, dem Land, das sie damals bewohnten. Und dies ist der Zweck, zu dem sie es taten: Sie machten sich Bäder darinnen, und wenn jemand an einer Krankheit litt, wuschen sie die Steine, gossen das Wasser in ihre Bäder, und wer in denselben badete, wurde gesund, wie krank er auch war."

Aurelius sandte daraufhin seinen Bruder Uther Pendragon mit einer Armee nach Irland, um den Tanz der Riesen zu stehlen. Sie kämpften gegen die Iren, besiegten sie und versuchten die Steine nach Salisbury Plain zu transportieren, was ihnen nicht gelang.

Natürlich musste Merlin seine Zauberkraft einsetzen, um die Steine von Irland nach Salisbury zu bewegen. Nach Aussage Geoffreys sind in Stonehenge Aurelius, Uther Pendragon und ihre Nachfolger bis hin zu König Artus und auch die 460 Edelleute bestattet. Wer sich näher für diese englische Sagenwelt interessiert, dem seien von mir die Bücher von der englischen Schriftstellerin Mary Stewart zu diesem Thema empfohlen. (stehen in der Bücher-Liste)

Es ist übrigens verwunderlich, dass Stonehenge nicht bereits früher von den Römern beschrieben wurde, die England lange besetzt hielten und eine Reihe von schriftlichen Berichten überlieferten.

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  Erzdruiden

 

Ab dem Jahr 1600 beschäftigten sich verschiedene Forscher, Historiker, Chronisten mit Stonehenge und kamen allesamt zu der Überzeugung, dass Stonehenge von den Druiden (Intellektuellen-Kaste der Kelten) erbaut wurde.

Zwei Zitate aus dieser Zeit :

Das erste stammt von dem staatlichen Beamten und Chronisten John Evelin, der am 22. Juli1654 in sein Tagebuch schrieb:

"Nun sind wir in Stonehenge angekommen, fürwahr ein erstaunlicher Bau, der von ferne wie eine Burg aussieht.

Es ist wunderbar, so viele und so große Steine aufgestellt zu sehen, auf denen andere wieder quer liegen. Sie stehen in einem kreisförmigen Gelände, das an ein Kloster oder an einen heidnischen Naturtempel erinnert. Es ist schwer, sie genau zu zählen, dafür liegen sie zu ungeordnet durcheinander. Es dürften schwerlich mehr als hundert sein. Wir haben 95 gezählt.

Manche erachten es als großes Wunder, dass sie hierher gekommen sind, da doch kein schiffbarer Fluss in der Nähe ist. Und diese Art Fels scheint in zwanzig Meilen Entfernung vorzukommen; dort ragen einige aus dem Boden heraus. Um die gleichen Hügel sind mannigfaltige Erdwälle aufgeworfen, die man für Festungen oder für die Gräber der Opfer blutiger Schlachten hält."

Und Samuel Pepsy vermerkt in seinem Tagebuch am 11. Juni 1668: 

"(Die Steine, Anm. d. Verf.) sind so ungeheuer groß wie die Geschichte, die man über sie hört; sie sind eine Reise wert ... Gott weiß, wofür sie verwandt wurden."

Der bekannteste Forscher, der Stonehenge in dieser Zeit untersuchte, war John Aubrey. Er lebte um 1650 und war Altertumsforscher. Auch er kam zu der Überzeugung, dass Stonehenge von den Druiden der Kelten gebaut wurde.

Aubrey entdeckte bei seinen Untersuchungen in Stonehenge einen Kranz von Löchern in gleichmäßigem Abstand, 10 m vom äußeren Wall entfernt. Diese Löcher heißen nach ihm Aubrey-Löcher.

Außerdem entdeckte er die Anlage Avebury, 30 km von Stonehenge entfernt, einen weit größeren Wallgraben inklusive konzentrischen Steinkreisen, die bis dahin nicht bemerkt worden waren, weil sich das Dorf Avebury in dieser Anlage befindet. Von Avebury ist an anderer Stelle noch die Rede!

 

Luftbild von Avebury

Der Forscher, der am meisten dazu beigetragen hat, dass Stonehenge den Druiden zugeschrieben wurde, war im 18. Jh. William Stukeley.

Er war so fanatisch, was den Druiden-Kult betrifft, dass man ihn den "Erz-Druiden" nannte. Er selbst unterschrieb sogar manchmal seine Briefe mit "Chyndonax, Erzdruide", was er auf einer alten Inschrift gelesen hatte.

Stukeleys Veröffentlichungen über Stonehenge und die Druiden lösten schon im 19. Jahrhundert eine regelrechte Keltomanie aus, die sich bis heute gehalten hat.

So schreibt der berühmte englische Dichter des vorletzten Jahrhunderts, William Wordsworth, über einen Steinkreis in seiner Heimat Cumbria, den die Bewohner "sunken church" (versunkene Kirche) nennen:

 

Druiden Rund, so wundersam

sinkt träge durch die eigne Last

tief in geduldige Erde

von deren stiller Brust es kam 

         

that mystic round of Druid frame

tardily sinking by its proper weight

deep into patient earth

from whose smooth breast it came!

 

(entnommen Whiteman/Talbot, London 1996, S.118, Übersetzung B. Licht)

 

In einem anderen Gedicht von 1805 vermittelt William Wordsworth einen Eindruck davon, wie sich die Forscher die Erbauer der Megalithbauwerke vorstellten - für sie die Druiden der Kelten:

 

Aus "The Prelude"

 

Dort auf den Weidegründen, die keine Wege haben,

die mich leiteten, oder entlang der dürftigen Pfade,

die sich einsam und trostlos in der Weite verloren,

als ich durch die Überreste vergangener Zeiten

wanderte, dort hatte ich, von Einsamkeit überwältigt,

einen Traum, sah die Vergangenheit:

sah Menschenmengen, dazwischen hier und dort

den einzelnen Krieger gekleidet in ein Wolfsfell

mit Schild und Steinaxt wie er übers Ödland schreitet;

Gesang der Speere war zu hören, rasselnde Speere

erhoben von gewaltigen Armen, so kraftvoll,

weil von wilder Unkultur beseelt.

Ich rief ins Dunkel; das Bild ging,

und eine weitaus tiefere Nacht schien alles

fort aus meinem Blick zu rauben; Doch dann:

entstand erneut ein Schein von bösen Flammen!

Das ist der Opferaltar für

lebendge Menschen, wie grauenvoll erbeben

durch die Stimmen der in Weidenkäfige Eingeschlossenen

weit in das Land hinein sogar die

mächtigen Hügel. Und dieses Ritual verbindet sie

den beiden Welten, den Lebenden, den Toten.

Zu andrer Zeit da streifte ich drei Sommertage lang

durch weites Land hindurch und hatte die Gelegenheit

zu sehn gebreitet auf durchfurchter Ebene

geheimnisvolle Formen, Linien, Kreise, Hügel

wie sie in mancher Landschaft noch zu finden sind:

Mit komplizierten Mustern überziehen sie den

unbebauten Grund. Gottverehrende Werke

kindlicher Kulturen und Figuren,

in welche die Druiden einst

ihr Wissen über Himmel legten

und die Sternenbahnen; ich war berührt davon

als wär' ich Teil von einem alten Traum:

Ich sah die bärtigen Priester weißgewandet,

Abwechselnd wiesen sie zum sternbewohnten Firmament

dann nieder zu der Erde, von unbekannten Tönen

schienen sie geleitet, und das Ödland

war erfüllt von Ruhe und verzaubertem Klang.

 

Übersetzung: B. Licht

Der Text unter dem Bild: Druid's worship at Stonehenge, England, in ancient times

Weitere Infos unter: Cryptoneum

Viele Dichter, vor allem der Zeitepoche der Romantik in Großbritannien ließen sich durch Stonehenge oder die Steinkreise und die Druiden inspirieren. Noch ein Gedicht aus dem Jahr 1823 von Thomas Stokes Salomon:

"Oft wird, wenn Abend sich in zweifelhaftem Licht vergießt,

mit weniger Kraft vergoldend dann den alten Tag beschließt

dem Schäfer die geheimnisvolle Mär enthüllt,

die ihn mit Schreck und atemlosen Staunen ganz erfüllt:

Wie in der tiefen Nacht bei kaltem Mondesglanz

die außerirdischen Steine fallen in ungesehnen Tanz,

so dass in jedem kleinen Lüftchen, das die Gräser stört,

die überreizte Phantasie im Tal ein Stöhnen hört."

 

(entnommen English Heritage, 1995, S.20, Übersetzung B. Licht)

 

Auch moderne Dichter lieben die Steine

 

 

An den Callanish-Steinen

(The Standing Stones von Calanais auf der Hebriden-Insel Lewis)

 

Der Kreis hatte weder Ende noch Anfang,

unser Denken hatte weder Beginn noch Abschluss,

das Universum wartete still,

das Meer schlug nicht hart auf den Strand,

das Gras bewegte sich nicht im Wind,

es war weder Tag noch Nacht -

Und niemals werde ich

dein blondes Haar und deine zarten Lippen

vergessen oder

das gemeinsame Verlangen, das uns zusammen

webte im Zeiten-Kreis,

wo Falschheit nie die Küste der Hoffnung erreicht.

 

(Derrick Thomson, Creachadh na Clársaich, 1982, entnommen Ashmore, Stornoway 1995, S.47, Übersetzung B. Licht)

 

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  Neodruiden

 

Besonders interessant erscheinen den Menschen der heutigen Zeit die Druiden der Kelten wegen der Geheimnisse, die dieses Volk umgibt und auch wegen ihrer Zahlenmystik und ihres Glaubens an Reinkarnation. Man hielt sie schon zu ihrer Zeit für Nachfolger der Glaubensgemeinschaft der Pythagoräer aus Griechenland, die sich ebenfalls mit Zahlenmystik und Reinkarnation beschäftigten, sowie den Glauben hatten, dass der Mensch in seinem Leben bestimmte kosmische Gesetze zu erfüllen hat, was auch die Druiden lehrten. Der Reinkarnationsglaube und das gesellschaftliche System der Kelten stammen wahrscheinlich aus Indien.

Die Kelten sind ein indogermanischer Volksstamm und erst seit etwa 500-600 vor Christi im europäischen Raum sesshaft.

Druiden, die "Intellektuellenkaste" der Kelten, sind in England besonders, bei uns aber auch sehr beliebt. In England gibt es unglaublich viele keltische Andenken zu kaufen. Unsere esoterischen Buchhandlungen haben Bücher über Runenorakel, druidische Zahlenmystik, Druidenmagie u.ä. anzubieten.

Noch bis zum Jahr 1987 versammelten sich die so genannten Neo-Druiden zur Sonnenwende in Stonehenge und zelebrierten Mummenschanz und Rituale. Hier ein eindrucksvoller Bericht der Journalistin Florence Teets mit dem Titel "Stonehenge Visits" aus der New York Sunday Times vom 6. Juni 1954:

 

"Ein paar Dutzend Touristen und ich fanden uns am nächsten Morgen zusammen, um den Sonnenaufgang zu betrachten und den druidischen Feiern beizuwohnen. Ein eigenartiges Zwielicht herrschte in der frühen Dämmerung. Der Bodennebel ließ unsere Regenmäntel feucht werden. Wir froren.

Eine seltsam fiebrige Erwartung lag in der nebligen Luft. Wir warteten auf die Sonne, als ob sie heute zum ersten und zugleich letzten Male aufgehen würde. Sorgenvoll prüften wir den dunklen, wolkenverhangenen Himmel.

Neben dem Altarstein trafen die modernen Druiden die letzten Vorbereitungen für ihre Feiern. In weiß-goldene Festkleider gehüllt, flüsterte und gestikulierte der Oberbarde mit den unteren Chargen. Alle hatten feierliche Gesichter. Als sich der Himmel zu lichten begann, wuchs die Ungeduld. Die Sonne sollte um 4.48 Uhr aufgehen. Aber um 4.48 Uhr war sie nicht da. "Sie kommt heute später", bemerkte ein Zuschauer. Dann plötzlich, um 4.55 Uhr, teilten sich die Wolken, und die Sonne erschien über dem Horizont. Der Schatten des Fersensteins fiel direkt über den Altar.

Nun entzündeten die Druiden mit langen Fackeln große Feuer, und in feierlicher Prozession zogen sie mit langen wehenden Gewändern um das Oval. Im flackernden Licht der Fackeln sahen die Steine größer aus, als sie waren. Sie schienen zu zittern und zu beben."

(de Camp, L.S. und C., Gütersloh, ohne Jahresang., S. 71)

 

 

Druidenfeiern in Stonehenge

 

Erst vor wenigen Jahren wurde Stonehenge eingezäunt, weil es zur Sommersonnenwende Horden (manchmal bis zu 2000) von Jugendlichen aus ganz Europa anzog, die dort eine gelungene Mischung aus neodruidischer Feier in Kombination mit einem fröhlichen Trinkgelage durchführten.

Feiernde am Heelstone

Seit 1985 gibt es in Großbritannien eine Kampagne: "Free the Stones". Jedes Jahr wandern Hunderte von Menschen aus allen Teilen Englands nach Stonehenge, um dort an Sonnenwend' zu feiern. Hier das Plakat zu einem Vortreffen.

 

 

durch den Zaun fotografiert (Foto: B. Licht)

 

 

Ein Bild zum Zeitungsartikel: "Sonnenwendfeier - Druiden-Anhänger machten Stonehenge unsicher" aus der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung

vom 22. Juni 1999

 

Nicht zu vergessen die legendären Life-Auftritte der Rockgruppe "Hawkwind" zur Sonnenwende in Stonehenge.

 

Cover zum Video-Film "Hawkwind at Stonehenge - Tour 1984"

 

Plattencover "Stonehenge - this is Hawkwind - do not panic"

 

 

Fans beim Konzert

 

 

Die Druiden der Kelten sind ja keine bloße Erfindung. Es hat sie in der Zeit ab dem 4. Jh. v. C. in Britannien gegeben, wohin sie von Gallien (Bretagne, Frankreich) aus gezogen kamen. Hier sehen wir den beliebtesten Druiden der Neuzeit aus Gallien.

 

 

Die Druiden waren eine Art "Intellektuellenkaste" der Kelten, die einmal weite Teile Europas beherrschten. Es ist sehr schwierig, etwas über die Druiden auszusagen, weil sie selbst zwar Schrift kannten, aber aus Gründen der Sicherheit nicht anwandten, und alle Berichte von den Römern stammen, die vor allem schlechte Propaganda über die einflussreichen Druiden machten, weil sie die keltischen Stämme unterwerfen wollten.

 

Ein paar Dinge, die ich interessant fand:

 

Die Druiden waren sowohl Priester, als auch Richter ihrer keltischen Stämme. Sie waren dem Pantheismus verpflichtet, dem Glauben an eine Vielzahl von Göttern, die in Bergen, Flüssen, Tieren verkörpert waren.

Sie bauten keine Tempel, ihre Zusammenkünfte fanden in heiligen Hainen statt (schon deswegen kommen sie als Erbauer von Stonehenge nicht in Frage).

Sie trugen kleine Heidekrautstängel als Amulette (diese Amulette werden heute noch als Schmuckstücke in Schottland hergestellt), und sie verehrten die Mistel als heilige Pflanze. 6 Tage nach Neumond z.B. pflegten sie auf eine Eiche zu steigen, mit einer goldenen Sichel die Mistelzweige zu ernten, die sie dann mit einem weißen Tuch auffingen.

 

Dieses Bild schickte Benjamin Reichelt. Vielen Dank!

 

Auch werden den Druiden kultische Tier- und Menschenopfer nachgesagt, was jedoch nicht gänzlich nachzuweisen ist. Sehr viele Volksbräuche wie Osterfeuer, bestimmte Fastnachtstraditionen, Sonnenwend-Feste sind auf die Kelten zurückzuführen.

 

Weitere Infos unter: Cryptoneum

 

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  Stonehenge ist mit Sicherheit kein Werk der Kelten und ihrer Druiden

 

So gerne wir aber auch heute noch Stonehenge der Baukunst der Druiden zuschreiben würden, muss ich Sie jedoch leider enttäuschen:

Als die Druiden ihre kulturelle Hochzeit hatten, stand Stonehenge in seiner endgültigen Form schon etwa 1000 (TAUSEND) Jahre da.

Es ist immerhin möglich, dass es als druidische Kultstätte genutzt wurde, erwiesen ist das jedoch nicht.

Es ist eben von den Druiden nur bekannt, dass sie ihre heiligen Stätten und Versammlungsorte in besonderen Hainen hatten und nicht in megalithischen Bauwerken.

Man könnte genauso gut behaupten, dass die Druiden Stonehenge als Bauwerk einer für sie barbarischen Kultur mieden wie die Pest!

Was allerdings den Forschern Rätsel aufgibt:

In keltischen Gräbern wurden Steinzeitwerkzeuge als Grabbeigaben gefunden.

Auch fand man 1999 bei Ausgrabungen eines Steinzeitdorfes (Alter ca. 5500 - 4900 v. C.) in der Nähe von Bad Nauheim (Wetteraukreis/Hessen) einen bestatteten Kelten, der an exponierter Stelle des Dorfgebietes  rund tausend Jahre nach den Steinzeitlern innerhalb der Reste eines hölzernen Rundbaus zur letzten Ruhe beigesetzt worden war. Von welcher Kulturgruppe das Rundgebäude stammte, ist noch nicht geklärt.

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  Bauten hochentwickelte Kulturen aus dem Mittelmeerraum Stonehenge?

 

Es war für die westeuropäischen Forscher lange sehr schwer vorstellbar, dass Stonehenge, welches in seinem architektonischen Effekt derart beeindruckend ist und ohne eine Parallele in der megalithischen Welt, wirklich von den Ureinwohnern Englands errichtet wurde. Lange Zeit nahm man an, dass wenigstens ein Volk aus dem Mittelmeerraum mit einem kleinen Abstecher nach England den dort wohnenden Primitiven sozusagen Nachhilfe im Errichten einer ordentlichen Steinanlage erteilt hätte.

So gründet sich eine Theorie darauf, dass die Tempelanlage von der Insel Malta Ähnlichkeiten zu Stonehenge aufweist. Ich habe mir Bilder angesehen und meine, außer dass beide rund sind, kann man nicht übermäßig viele Ähnlichkeiten entdecken, wobei die Auswahl an Bau-Formen nicht besonders groß und die kreisförmige Anlage allerorten recht beliebt ist. Ich bin jedoch keine Archäologin und sehe möglicherweise die Ähnlichkeiten nicht.

Eine andere Theorie konstruiert einen Zusammenhang zwischen den griechischen Sagen über Jason und die Argonauten, die vielleicht in England gelandet seien, um die Steinkonstruktionen von Mykene nachzubauen. In den 50er Jahren wurde eine Ritzzeichnung auf einem Pfeiler von Stonehenge entdeckt, die an einen mykenischen Dolch erinnert und auf englischen Megalithen einmalig ist.

 

 

Dieselbe Theorie, nämlich dass die Griechen ihr Wissen zur Verfügung stellten, wird unterstützt durch einen Absatz aus der sog. "Geschichte der Hyperboreer (Die jenseits des Nordwindes Wohnenden)" von Hekataios von Abdera (um 300 v. C.). Hekataios spricht von einer Insel im Ozean, die im Lande der Kelten im Sternbild des Bären liegt. Dort gäbe es einen prächtigen geschmückten Rundtempel. Interessant sei nach Aussage der Archäologen dabei, dass ausgerechnet die Griechen in dieser Zeit, England und Stonehenge gekannt haben sollen. 

Die ganzen Theorien, dass die Ureinwohner Britanniens Stonehenge nur mit fremder Hilfe gebaut haben können, beruht m. E. auf einem prähistorischen Minderwertigkeitskomplex, den Nordwest - Europäer haben. Unsere Mathematik, die Zahlen, die Schrift, die Kunst, die Religion, die Staatsformen und Gesetze, sprich ein Großteil unseres kulturellen Erbes, stammt weitgehend aus dem vorderen Orient und dem Mittelmeerraum.

Unsere Vorfahren kannten keine Schrift, und sie bauten auch keine Städte. Wir selbst haben in uns die Vorstellung, dass sie Wilde waren, die niemals imstande gewesen sein können, so komplizierte technische Konstruktionen wie die Deckensteine von Stonehenge zu verwirklichen.

Lange Zeit nahm man in der Altertumsforschung an, dass die Landwirtschaft, die Domestizierung von Tieren, sowie die Kunst, Metalle zu schmelzen und zu bearbeiten sich vom westlichen Asien im Laufe der Zeit über ganz Europa ausgebreitet hätte. Neuere Untersuchungen haben aber Hinweise dafür erbracht, dass diese Entdeckungen unabhängig voneinander in verschiedenen Gegenden Europas gemacht wurden. Ebenso stellte man fest, dass nicht die Völker des Ostens, sondern die Bewohner der Westküsten Europas auch die ersten Megalithbauten errichtet haben.

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  Das Problem der Datierung

 

Die Fragen über Stonehenge nach dem Wann gebaut? und dem Von wem gebaut? konnte erst mit der Erfindung der Radiokarbon-Methode zur Datierung archäologischer Funde durch den Geophysiker Willard Frank Libby 1940 mehr erhellt werden (1960 erhielt Libby übrigens den Nobelpreis für Chemie für diese Erfindung). Die Methode kann nur bei ehemals lebenden Funden, also Pflanzen, Tiere, Menschen angewandt werden. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass ein Organismus im lebenden Zustand radioaktive Kohlenstoff-Isotope mit Namen C14 aufnimmt. Stirbt der Organismus, stoppt die Aufnahme des radioaktiven C14, sein Bestand im Körper zerfällt und eine messbare radioaktive Strahlung wird frei. Libby selbst hat dramatisch zu seiner Methode bemerkt: "die Radiokarbon-Uhr beginnt zu ticken". Diese radioaktive C14-Strahlung wird verglichen mit gleichzeitig im selben lebenden Organismus vorkommenden C12-Kohlenstoffen, die nicht radioaktiv sind und nicht zerfallen. Nach dem Erfinden dieser Methode wurden unglaublich viele vor- und frühgeschichtliche Funde neu datiert, so auch organische Funde aus Stonehenge.

Diese Radiokarbon-Messung ist jedoch nicht immer zuverlässig (z.B. Funde sind verunreinigt, Radioaktivität im Umfeld der Messung ist zu hoch, C14-Gehalt in der heutigen Atmosphäre ist zu hoch).

Meistens wenden die Archäologen eine Kombination aus Radiokarbon-Methode und der Dendrochronologie (Baum-Jahresringmethode) an. Damit lassen sich seit etwa den 50er/60er-Jahren recht gute Zeitbestimmungen berechnen. Das bedeutet, dass in den 60er Jahren viele vorherige Datierungen revidiert werden mussten, so auch die von Stonehenge und den anderen prähistorischen Gräbern, Tempeln, Kultstätten, Bauwerken. 

Man weiß heute, dass manche Megalithdenkmäler in der Bretagne fast 2000 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden entstanden sind, und dass die verschiedenen Bauphasen von Stonehenge in eine Zeit fallen, die vor der Blüte Mykenes liegt.

Daher kann Stonehenge nicht von Völkern des Mittelmeeres gebaut worden sein.

Durch die Radiokarbon-Bestimmungen ist sich die Fachwelt über die Datierungen von Stonehenge einig: Sie liegt zwischen den Jahren 3000 v. C. und 1550 v. C.. also in einer Zeit, in der es z.B. zwischen den Völkern des Mittelmeerraumes und Britannien so gut wie keine Verbindung gab. Auch die Kelten, denen man das Bauwerk zuschreibt, kamen erst gegen 500 v. C. nach England.

Die Steinsetzungen in Westeuropa sind die ältesten der Erde, die uns bekannt sind (z.T. 1000ende von Jahren älter als vergleichbare Bauwerke in Japan, Tibet, Afrika und den Osterinsel.

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  Die Erbauer von Stonehenge: Menschen der Steinzeit und frühen Bronzezeit

 

Heute weiß man, dass der erste Teil von Stonehenge, genannt Stonehenge I (ein Erdwall-Werk mit Holzpfostenlöchern ca. 3000 bis 2900 v. C.) von in der Ebene ansässigen neolithischen (jungsteinzeitlich) Stämmen errichtet wurde. Diese einfachen Bauern pflanzten Weizen, züchteten Schafe, Ziegen, Schweine, Rinder.

 

Eine Auswahl von Töpferwaren, Steinwerkzeugen und Schmuck

 

Sie hatten Feuerstein- und Steinwerkzeuge und kleideten sich in Leder. Sie wohnten in vereinzelten Blockhäusern und bestatteten ihre Toten in Langhügelgräbern. In der Umgebung von Stonehenge befinden sich etwa 15 Grabstätten von ihnen.

 

Typisches Haus der Jungsteinzeit (Foto: B. Licht)

 

Archäologen rekonstruieren die Häuser anhand der Holbalkenreste im Boden

 

Eingang Langhügelgrab "West Kenneth Long Barrow" bei Avebury (Foto: B. Licht)

 

West Kenneth Long Barrow, Luftbild

 

Diese Menschen werden auch als die Windmill-Hill-Leute bezeichnet und gelten als die nachweisbar ältesten sesshaften Bewohner von England. Die Windmill-Hill-Leute bauten ebenfalls die Anlage von Avebury und den Silbury Hill in der Nähe von Stonehenge. Fragen Sie sich nicht auch, wie diese Leute eigentlich nach England gekommen sind?

Es gab zu dieser Zeit in Nordeuropa noch keine meertüchtigen Schiffe. Vielleicht interessiert es Sie, dass England bis etwa 8000 v. C. noch Teil des Festlandes war.

Als Erbauer des als Stonehenge II bekannten Werks (Kreis- und Hufeisenform von 2 m hohen Basaltsteinen ca. 2500 bis 2000 v. C.) wird die sog. Glockenbecher-Kultur angenommen (so genannt, weil sie als Grabbeigaben Tonbecher einer charakteristischen Form verwendeten). Sie kamen von Nordspanien und ließen sich in Britannien etwa 2500 v. C. nieder. Aufgrund ähnlicher Becherfunde auf dem Festland nimmt man an, dass das Glockenbecher-Volk längere Zeit am Niederrhein und in Holland ansässig war und später nach England stieß. Sie waren der Eisen-, Kupfer- und Goldbearbeitung mächtig und konnten Bier brauen. Sie hatten eine andere Art der Totenbestattung, nämlich eher vereinzelt in runden Hügelgräbern, von denen es unglaublich viele in der Umgebung von Stonehenge gibt.

 

Auf dem Luftbild sind deutlich die runden Grabhügel zu erkennen

 

Das Gebiet um Stonehenge hat die insgesamt größte prähistorische "Gräberdichte" in England aufzuweisen.

Man nimmt an, dass die Glockenbecher-Leute auch eine andere Religion mitbrachten, die eine Sonnen- und Mondanbetung beinhaltete.

Nach dem Glockenbecher-Volk kam noch eine andere neue Gruppe Einwanderer in Britannien auf den Plan: die sog. Wessex-Kultur (von Westsachsen!).

Diese Kultur hatte sich die Fähigkeit der Bronzeherstellung angeeignet und sich durch intensive Viehzucht und Handel mit Bronze-Geräten Einfluss, Macht und Reichtum erworben. Ihnen schreibt man den Umbau in den Bauphasen III a, b, c von Stonehenge zu (Aufrichtung der großen Steine mit den Querschwellen und Neueinbau der vorher herausgenommenen Basaltsteine ca. 2300 bis 1500 v. C.).

Über die ganz genauen Zeitabläufe im Bau ist man sich allerdings nicht ganz sicher:  im Kapitel "Wie?" gehe ich darauf nochmals ein.

Zunächst sind wir vielleicht etwas enttäuscht von der profanen Erklärung über das "Wann gebaut?" von Stonehenge und das "Von wem gebaut?"

Ich glaube, die meisten Leser hätten es vielleicht spannender gefunden, wenn Stonehenge wirklich von den Druiden der Kelten konstruiert worden wäre, zumal Druiden derzeit mega-in sind. Auch hätte es uns gefallen zu hören, dass Jason und die Argonauten persönlich zum Nachhilfeunterricht in Baukunst aus dem fernen Mykene durchs eisige Nordmeer gereist kamen.

 

Darstellung von 1660: ein Großsteingrab wird von Riesen gebaut

 

Und die ganz romantischen Naturen hätten gerne gehört, dass die Menschen früher Riesen waren, die die Stonehenge-Steine praktisch im Handumdrehen aufstellten. Möglicherweise die Bewohner von Atlantis oder gar Außerirdische ...

 

Am 11.2.2003 erschien folgende Notiz in der englischen Tageszeitung "The Sun":

Stonehenge is foreign!

STONEHENGE may have been built by a man from the Alps, archaeologists claim.

Oxygen isotope tests on the teeth of a body known as the King of Stonehenge show he grew up in Switzerland, Austria or Germany.

The type of oxygen atoms in his teeth enamel revealed he was born at altitude.

The man, also called the Amesbury Archer, lived at the time the Wiltshire monument was built, around 2300BC.

His remains were dug up last year three miles from the circle, along with treasures from the continent.

The king, who died aged 35 to 45, may have come to England to visit his son. The skeleton of a male relative was found close to his grave.

Tony Trueman, of Wessex Archeology, said: “The idea for Britain’s best known monument may have come from an immigrant.”

(Übersetzung: Stonehenge nicht britisch! STONEHENGE könnte von einem Mann aus den Alpen gebaut worden sein, das vermuten Archäologen. C14 Tests mit den Zähnen eines gefundenen Bestatteten, der als "König von Stonehenge" bekannt wurde, ergaben, dass der Mann in der Schweiz, Österreich oder Deutschland aufgewachsen war. Der Typ der C14-Atome in seinem Zahnschmelz erwies, dass er in großer Höhe geboren sein musste. Seine sterblichen Überreste waren letztes Jahr drei Meilen vom Steinkreis entfernt ausgegraben worden, zusammen mit wertvollen Gegenständen vom Kontinent. Der Mann, der auch "Der Bogenschütze von Amesbury" genannt wird, lebte um 2300 vor Christus, also zu der Zeit, in der das Monument gebaut wurde. Der König, der im Alter von 35-45 Jahren starb, kam möglicherweise nach England, um seinen Sohn zu besuchen. Das Skelett eines männlichen Verwandten des Mannes wurde in der Nähe seines Grabes gefunden. Tony Trueman von der Wessex Archäologie-Gruppe sagte: "Die Idee für Großbritanniens bekanntestes Monument kam von einem Einwanderer.")

Im ZDF-Video-Text erschien dazu am 11.2.03 folgende Notiz:

Schock für die Briten: Denkmal Stonehenge von Deutschem erbaut?

Schock-Nachricht für alle britischen Patrioten: Stonehenge, das größte prähistorische Steindenkmal Europas, könnte nach neuen Erkenntnissen von einem Einwanderer aus den heutigen Deutschland geschaffen worden sein. "Das ist solch ein Schock für den Nationalstolz wie wenn man herausfinden würde, dass die ersten Cricketspieler Lederhosen trugen und Bratwurst zum Tee aßen", klagte eine Zeitung. Das große Rätsel, welchem Zweck der Steinkreis gedient habe, erscheine nun in einem neuen Licht: "Waren die Steine Schauplatz eines Bierfestes?"

Die Infos schickte mir der stets gut informierte Benjamin Reichelt. Danke, Benjamin!

Mein Kommentar dazu: Es ist bekannt, dass bereits während der Steinzeit und auch der Bronzezeit die Menschen sehr reiselustig waren. Daher ist ein reicher Reisender, vielleicht ein Händler aus dem Alpenraum in England kein so sensationeller Fund, wie die Archäologen uns weismachen möchten. Eine reich bestattete Leiche wird gleich als ein "König" interpretiert. Selbst ernst zu nehmende Archäologen geraten plötzlich in die Hysterie, dass ein Bauwerk wie Stonehenge von dieser einen Person konzipiert wurde. 

Nachweislich dauerte der Bau von Stonehenge vom Beginn bis zum Ende rund 1000 Jahre. Die gefundene Leiche ist im Alter von etwa 40 Jahren ums Leben gekommen, irgendwann in einer Zeit, in der die ersten Bauten von Stonehenge schon einige 100 Jahre existierten. Reagieren hier vielleicht einige in ihrem "Nationalstolz" (was immer das auch sein mag) verletzte Engländer nicht etwas über?

P.S.: "Bierfest" - die Glockenbecherkultur, Menschen der Bronzezeit, der eine Bauperiode von Stonehenge zugeschrieben wurde, stammten wahrscheinlich aus Nordspanien, lebten eine Zeit lang im Rheinland in Gebieten Deutschlands, Hollands und Belgiens. Von dort aus wanderten sie nach England. Diese Kultur war nachweislich mit der Kunst des Bierbrauens vertraut ...

Was hatten die Engländer gedacht, woher die Bewohner ihres Landes ursprünglich kamen?

 

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